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Andreas
Gryphius (eigtl. Andreas Greif)
(*2.10. 1616 Glogau/ Schlesien, 16.7. 1664 ebd.)
Dt. Dichter, erlebte schon in jungen Jahren den Tod seines
Vaters und die Leiden des Dreißigjährigen Krieges.
Dennoch unternahm er zahlreiche Studienreisen und hielt
sich besonders lange in den Niederlanden auf, wo er als
Astronom wirkte und Sprachen studierte.
1637 war er bereits zum Dichter gekrönt worden und
lehrte an der Universität Leyden. Anschließend
bereiste er Frankreich und Italien. Nach Glogau zurückgekehrt,
wurde er unter dem Namen Der Unsterbliche Mitglied der
"Fruchtbringenden Gesellschaft".
Gryphius ist der bedeutendste Dichter des dt. Hochbarock,
der in seinen Gedichten und Dramen meist unter Verwendung
des Alexandriners und der Sonettform, dem lit. Topos,
dass alles Leben vergänglich sei, in immer neuer,
hinreißender Form Ausdruck verlieh. Aufgrund seiner
breiten Bildung gelang es ihm, unterschiedlichste Traditionen
in sein Werk aufzunehmen, etwa Einflüsse des antiken
und niederländischen Dramas, des Jesuitentheaters
und der Wanderbühnen der engl. Komödianten.
Seine Märtyrertragödien stehen in der christlichen
Tradition, werden jedoch durch den philosophischen Stoi-zismus
zu einem typischen Zeitbild.
In seinen Komödien treten nur Personen niederen Standes
als Handlungsträger auf. Aus seinem umfangreichen
Werk seien besonders genannt die Ge-dichte Son- undt Feyrtags-Sonnete
(1639), Teutsche Reimgedichte (1650), Freuden- und Trauer-Spiele
auch Oden und Sonnette (1663), Teutsche Gedichte (1698),
die Tragödien Leo Arminius (1650), Catharina von
Georgien (1657), Beständige Mutter (1657), Cardenio
und Celinde (1657) und die Schauspiele und Komödien
Absurdia Comica oder Herr Peter Squentz (1658), Die gelibte
Dorn rose (1661), Horribilicribrifax (1663) u. a. m. Eine
Gesamtausgabe seiner Werke erschien unter dem Titel Lustspiele,
Trauerspiele, Lyrische Gedichte 1878 bis 1884 in 3 Bdn.
Die kritische Gesamtausgabe erscheint seit 1963 in 10
Bänden.
Vertonte Gedichte:
Menschliches
Elende
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