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Johann
Christoph Friedrich Schiller
(*10.11.1759 Marbach/Württ., 9.5.1805 Weimar)
Schillers Vater war Wundarzt, Werbeoffizier und später
Verwalter herzöglicher Hofgärten. Auf Befehl
Herzog Karl Eugens musste Schiller ab 1773 die Militärpflanzschule
und die Militärakademie in Stuttgart absolvieren.
Er studierte dort Jura und Medizin und wurde 1780 Regimentsarzt
in Stuttgart. Drill und äußere Einengung führten
ihn zur Auflehnung gegen obrigkeitliche Macht und zur
Idee der absoluten Freiheit, die sich in seinen frühen
Gedichten und Sturm-und-Drang-Dramen (1781 bis 1787) niederschlugen.
Als er zwei unerlaubte Reisen nach Mannheim unternahm
- die erste zur Uraufführung seiner Räuber (1781)
- und dafür Arrest und Schreibverbot erhielt, floh
er 1782 in die benachbarte Kurpfalz. Die Tragödie
Die Verschwörung des Fiesko zu Genua (1783) wurde
dort von dem Mannheimer Theaterintendanten abge-lehnt;
auf dem Wolzogenschen Gut Bauerbach in Thüringen
schrieb er daraufhin eine Neufassung und Kabale und Liebe
(1784), beide gegen Unterdrückung und soziale Schranken
gerichtet.
Nach seiner kurzen Anstellung als Theaterdichter in Mannheim
folgte er dem Ruf Christian Körners nach Leipzig,
dann nach Dresden. Inmitten eines wohlgesonnenen Freundeskreises
(Hymne: Lied an die Freude) entstand das Drama Don Carlos,
Infant von Spanien (1787), das, inhaltlich tiefer und
sprachlich strenger (5-füßige Jamben), von
seinen idealistischen Jugenddramen zu den klassischen
Jambendramen überführt.
Zum Zwecke des Gelderwerbs verfasste Schiller die Prosawerke
Verbrecher aus Infamie (1786, später u. d. T. Verbrecher
aus verlorener Ehre) und Der Geisterseher (1788), in denen
er aus psychologischer Sicht kriminalistische Stoffe gestaltet.
Seit 1787 lebte Schiller zunächst in Weimar, ab 1789
als Professor für Geschichte und Philosophie in Jena,
wo er bald in engem Kontakt mit W. v. Humboldt stand.
Seinen geschichtlichen Studien entsprangen Arbeiten und
Stoffe seiner späteren Dramen (Geschichte des Abfalls
der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung,
1788; Was heißt und zu welchem Ende studiert man
Universalgeschichte, 1789; Geschichte des dreyßigjährigen
Krieges, 1791 bis 1793).
1790 heiratete Schiller Charlotte von Lengenfeld, lebte
aber wieder finanziell beschränkt. Nach einem gesundheitlichen
Zusammenbruch 1791 sicherte ihm ein dänisches Stipendium
für längere Zeit den Unterhalt. Er widmete sich
nun dem Studium der Philosophie, vor allem Kants, entwickelte
die Idee der sittlichen Freiheit und Selbstbestimmung
des Menschen und seine philosoph.-ästhet. Kunstauffassung
und schrieb u.a. Über Anmut und Würde (1793),
Über die ästhetische Erzie-hungdes Menschen
(1795), Übernaive und sentimentalische Dichtung (1795f.).
Die Freundschaft mit Goethe seit 1794 führte ihn
zur Dichtung zurück: 1795 bis 1997 gab er die »Horen«
heraus, verfasste 1796 mit Goethe die Xenien, dann seine
großen Balladen Der Taucher, Die Kraniche des Ibykus,
Die Bürgschaft und Das Lied von der Glocke, in denen
er eine sittliche Idee in spannendes Geschehen umgestaltete.
1799 ging Schiller nach Weimar und schuf unter Anspannung
seiner letzten Kräfte die klassischen Ideendramen
Wallenstein (1799), Maria Stuart (1800), Die Jungfrau
von Orleans (1801), Die Braut von Messina (1803) und Wilhelm
Te11 (1804). Ihre Helden sind, im tragischen Konflikt
zwischen Schicksal und Selbstbestimmung, der sittlichen
Freiheit, sei es auch um den Preis des phys. Untergangs,
verpflichtet. 1805, während seiner Arbeit an Demetrius,
starb Schiller.
Schillers gesamtes Werk wird stark von der Reflexion und
seiner antithetischen Weltsicht bestimmt. Während
im 19. Jh. haupt-sächlich sein Idealismus und Pathos
außerordentlich gefeiert wurden, wird man heute
mehr und mehr der künstlerischen Komplexität
seines Werkes gewahr. Seine Schriften liegen in zahlreichen
Gesamt- und Auswahlausgaben vor.
Vertonte Gedichte:
Sehnsucht
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