Schnitterlied - unbekannt

Es ist ein Schnitter, heißt der Tod,
Hat Gwalt vom großen Gott,
Heut wetzt er das Messer,
Es schneid´d schon viel besser,
Bald wird er drein schneiden,
Wir müssens nur leiden.
Hüt dich, schöns Blümelein!

Was heut noch grün und frisch dasteht,
Wird morgen weggemäht:
Die edel Narzissel,
Die englische Schlüssel,
Die schön Hyazinth,
Die türkische Bind.
Hüt dich, schöns Blümelein!

Viel hunderttausend ungezählt
Da unter die Sichel hinfällt:
Rot Rosen, weiß Lilien,
Beid wird er austilgen;
Ihr Kaiserkronen,
Man wird euch nicht schonen.
Hüt dich schöns Blümelein!

Es ist ein Schnitter, heißt der Tod,
Hat Gwalt vom großen Gott,
Heut wetzt er das Messer,
Es schneid´d schon viel besser,
Bald wird er drein schneiden,
Wir müssens nur leiden.
Hüt dich, schöns Blümelein!

Trutz, Tod! komm her, ich fürcht dich nit!
Trutz! komm und tu ein Schnitt!
Wenn er mich verletzet,
So werd ich versetzet,
Ich will es erwarte,
In himmlischen Garten.
Freu dich, schöns Blümelein!




DICHTER

Benn, Gottfried
Bürger, Gottfried August
Droste-Hülshoff, Annette von
Eichendorff, Joseph Freiherr von
Goethe, Johann Wolfgang von
Goll, Yvan
Gryphius, Andreas
Haushofer, Albrecht
Hebbel, Christian
Friedrich
Heine, Heinrich
Hesse, Hermann
Heym, Georg
Lasker-Schüler, Else
Nietzsche, Friedrich
Schiller, Johann Christoph Friedrich
Stadtler, Ernst Maria Friedrich
Storm, Theodor
Trakl, Georg
Werfel. Franz