Senna Hoy - Else Lasker-Schüler

Seit du begraben liegst auf dem Hügel,
Ist die Erde süß.

Wo ich hingehe nun auf Zehen,
Wandele ich über reine Wege.

O deines Blutes Rosen
Durchtränken sanft den Tod.

Ich habe keine Furche mehr
Vor dem Sterben.

Auf deinem Grabe blühe ich schon
Mit den Blumen der Schlingpflanzen.

Deine Lippen haben mich immer gerufen,
Nun weiß mein Name nicht mehr zurück.

Jede Schaufel Erde, die dich barg,
Verschüttete auch mich.

Darum ist immer Nacht an mir,
Und Sterne schon in der Dämmerung.

Und ich bin unbegreiflich unseren Freunden
Und ganz fremd geworden.

Aber du stehst am Tor der stillsten Stadt
Und wartest auf mich, du Großengel.




DICHTER

Benn, Gottfried
Bürger, Gottfried August
Droste-Hülshoff, Annette von
Eichendorff, Joseph Freiherr von
Goethe, Johann Wolfgang von
Goll, Yvan
Gryphius, Andreas
Haushofer, Albrecht
Hebbel, Christian
Friedrich
Heine, Heinrich
Hesse, Hermann
Heym, Georg
Lasker-Schüler, Else
Nietzsche, Friedrich
Schiller, Johann Christoph Friedrich
Stadtler, Ernst Maria Friedrich
Storm, Theodor
Trakl, Georg
Werfel. Franz